Die Corona-Krise ist Katalysator für die digitale Ausrichtung von Unternehmen. Sie hat gezeigt: Ein hoher Digitalisierungsgrad kann krisenfest machen. Viele Unternehmen wollen daher langfristig in die Digitalisierung ihrer Abläufe und Geschäftsmodelle investieren. Aber wo anfangen? Der Digital Readiness Check hilft weiter.

Digitalisierung lohnt sich – das zeigt auch Corona

"Obwohl die Pandemie die schwerste Belastung seit Jahrzehnten für den Mittelstand ist, nehmen sie viele Unternehmen zum Anlass, genau jetzt in ihre künftige Ausrichtung zu investieren.“ Das gibt die DZ Bank AG, die über 800 Volksbanken Raiffeisenbanken umfasst, im Herbst 2020 bekannt und das waren auch Ergebnisse von Haufe in der Studie „Wir nach Corona”. Die Krise legt zwar Herausforderungen schonungslos offen, fordert aber auch auf zu handeln und beutet letztlich auch eine Chance. Die Ergebnisse der DZ Bank AG „Sonderumfrage: Corona als Weckruf – Pandemie treibt Transformationen im Mittelstand an“ sind repräsentativ und sie zeigen, dass zwischen 40 und 50 Prozent der größeren Unternehmen ihre Investitionen in Prozessautomatisierung und teilweise auch im Bereich Künstliche Intelligenz erhöhten. Zudem zeigt die Studie, dass jeder fünfte Mittelständler die Produktion oder sein Geschäftsmodell Corona-bedingt neu kalibriert.


Wenn auch Sie vorhaben, die eigene Digitalisierung voranzutreiben und ein konkretes Ziel zur Optimierung Ihres Business zu verfolgen, dann entwickeln Sie für mehr Krisenfestigkeit eine erfolgreiche Strategie. Lesen Sie dazu im Folgenden unsere Tipps und machen den Digital Readiness Check, um den Reifegrad Ihres Unternehmens zu bestimmen und Ihre Strategie erfolgreich zu entwickeln.

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Das Vorgehen – so startet man erfolgreich in die Digitalisierung

Sie starten erfolgreicher, wenn Sie drei zentrale Handlungsfelder beachten:

1. Strategie

Beachten Sie dabei Aspekte der Unternehmensführung, strategische Digitalisierungsziele, Geschäftsmodellentwicklung sowie Investitionen in Digitalisierungstechnologien.

2. Organisation und Prozesse

Standardisierungen, aber auch die neue Agilität von Prozessen betreffen häufig etablierte Strukturen und Aufgabenbereiche, die dann angepasst werden. Transformation ist auch eine Frage der Führung und Kultur im Unternehmen.

3. Technik und Technologie

Neben IT-Infrastruktur, zunehmender Vernetzung, Modularisierung, Wandelbarkeit und Big Data sind auch Techniken des Umgangs mit der Software durch die Mitarbeiter ein Thema.

1) Krisenfest mit erfolgreicher Strategie

So manche digitalen Vorreiter standen von Anfang an in der Krise gut da, ein anderer Teil der Unternehmen mussten aber auch die eigenen Digitalisierungsprojekte stoppen: 21 Prozent der Betriebe haben ihre Planungen in Folge der Coronapandemie angepasst – die Digitalisierungsstrategie war nicht optimal ausgerichtet. Es gab aber daneben auch Unternehmen mit erfolgreicher Strategie, die den einmal eingeschlagenen Weg konsequent beibehalten konnten. Das hat die Beratungsgesellschaft Staufen AG in ihrer internationalen Studie „Digitalisierung 2020“ herausgefunden.

Sofern noch keine Digitalstrategie vorhanden war, gehen zudem immer mehr Betriebe dieses Defizit an. Die Zahl der Unternehmen ohne konkrete Strategie für eine Digitalisierung sei merklich gesunken, in einer repräsentativen Unternehmensumfrage hat Bitkom festgestellt: Vor einem Jahr lag der Anteil fehlender Digitalstrategien noch bei 26 Prozent, im April sank er auf 22 Prozent und aktuell geben nur 17 Prozent der Unternehmen an, über gar keine Digitalstrategie zu verfügen.

notify2xDigitalstrategie - was ist das? Eine Definition

Eine Digitalstrategie ist ein langfristig angelegter, systematischer Plan, der die gesamten Abläufe und Strukturen innerhalb eins Unternehmens in den Blick nimmt, um sie in einem optimalen Verhältnis zwischen Kosten und Ertrag kunden- und wettbewerbsorientierter auszurichten. Um zu diesem Zielbild für die Zukunft zu gelangen, setzt man Regeln und definiert klar das aktuelle Geschäftsmodell, den Ist-Zustand, um diesen Zustand schließlich in das digitale Geschäftsmodell (Soll-Zustand) zu transformieren. Eine Digitalisierungsstrategie hat somit das Ziel, ein Unternehmen durch die Digitalisierung einzelner Prozesse hin zu neuen Geschäftsmodellen zu führen, die das Kerngeschäft in digitaler Hinsicht transformieren oder zumindest grundlegend erweitern.

  • Wer eine solche Strategie entwickeln möchte, der entscheidet sich für verschiedene Maßnahmen im Unternehmen, die durch digitale Technologien für mehr Wirtschaftlichkeit unterstützt werden.
  • Das große Ziel besteht darin, dass sämtliche Maßnahmen auf diese Strategie einzahlen und digitale Prozesse sowie Automation effizienter, schneller und globaler machen. Langfristig kann die Wertschöpfungskette anders ausgerichtet werden, wodurch auch wiederum neue Geschäftsfelder erwachsen können.
  • Zu einer Digitalstrategie gehört auch eine gute Kommunikation mit Blick auf Mitarbeiter und deren Kompetenzen, die gegebenenfalls erweitert werden sollten. Wer auch die Kultur eines Unternehmens berücksichtigt, reduziert die Gefahr, Widerstand zu erfahren. Wenn eine Transformation durch eine Digitalisierungsstrategie angestrebt wird, dann geht es um mehr als nur um die Einführung von Software, vernetzte Daten und optimal eingesetztes Knowhow.

2) Organisation und Prozesse

Die beste Digitalstrategie bringt wenig, wenn nicht die Mitarbeiter einbezogen und entsprechend informiert werden. Die Strategie umfasst konkrete Entscheidungen, ob eine Kosten-, oder Nutzenführerschaft angestrebt werden soll, mitsamt den entsprechenden Maßnahmen, mit denen dieses Ziel auf unterschiedlichen Ebenen im Unternehmen anvisiert werden.

Nicht zu vergessen sind dabei auch die Organisationsstrukturen des Unternehmens. Ermitteln Sie in erster Linie die strategischen Potentiale für sämtliche Bereiche: hinsichtlich des Knowhows, das gebündelt werden kann, oder wo sich neue Services entwickeln können, oder auch Kooperation mit externen Partnern.

Wichtige Leitfragen sind:

  •  Standardisierungsgrad: Wo sind beispielsweise Prozesse automatisierbar?
  • Innovationsmanagement: Gibt es Unternehmensbereiche mit Potenzial für zusätzliche Dienstleistungen?

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Ein Beispiel aus der Lebensmittelbranche

Ein Beispiel für die Anpassung von Organisationsstrukturen an eine Strategie bietet die IT-Tochter der Schwarz Gruppe – Mutter der Discounter Lidl und Kaufland, worüber die Lebensmittelzeitung im August 2020 berichtete. Die Schwarz IT KG ist die zentrale Dienstleisterin der beiden großen Handessparten-Töchter und hat die interne Organisation und Aufgabenverteilung für alle Länder entsprechend ausgerichtet. Diese Neuausrichtung ist der Omni-Channel-Strategie geschuldet, ausschlaggebend für die neue Strategie sei der digitale Wandel, der vor allem auch die Handelsbranche erfasst. Durch eine Omni-Channel-Strategie wird beispielsweise möglich, mehr Customer Convenience (Kundenbequemlichkeit) in Einkaufsprozesse zu bringen und die Vorteile aus dem digitalen und stationären Handel miteinander zu verknüpfen, beispielsweise durch Click and Collect-Services.

3. Technologie

Es wird also deutlich, dass die Digitalisierung ein fortlaufender Prozess ist – und je nach Strategie kann es sogar sinnvoll sein, auch die interne Organisation und Aufgabenverteilung zu verändern.

Auf technologischer Ebene ist eine Strategie stark mit Hard- und Software bzw. Vernetzung, Modularisierung oder auch Datenaustausch verbunden, sodass sich dadurch auch die Formen der Zusammenarbeit wandeln können. Zentrale Fragen rund um den Technologiegrad im Unternehmen sind dabei:

  • Wie digital ist das Wissensmanagement organisiert? Gibt es ausreichend bedienfreundliche Software, die das Arbeiten und den täglichen Workflow unterstützt?
  • Welche technologischen Möglichkeiten haben die Mitarbeiter, um untereinander vernetzt und damit auch mobil zu arbeiten?
  • Wie stark profitieren auch Kunden und Partner von den neuen Möglichkeiten der digitalen Zusammenarbeit?

Damit die Digitalstrategie auf gesunden Beinen steht, sollte auch eine adäquate technische Infrastruktur vorhanden sein. Dazu gehört ebenfalls, dass auch die Bereitschaft dafür bei Mitarbeitern vorhanden ist, damit die neuen Rahmenbedingungen auf einem sicheren Fundament stehen.

Machen Sie jetzt den Digital Readiness Check

Erfahren Sie, wo Ihr Unternehmen in Sachen Digitalisierung steht und wie Sie im Vergleich zu anderen Unternehmen Ihrer Branche abschneiden. Erhalten Sie Ihre individuelle Standortbestimmung und konkrete Handlungsempfehlungen, um die Digitalisierung noch fokussierter in Angriff nehmen zu können und eine erfolgreiche Strategie daraus abzuleiten.

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