Das Weihnachtsgeschäft läuft an, eine der wichtigsten Zeiten des Jahres für den Einzelhandel, insbesondere für Klein- und Kleinsthändler. Wegen der schlechten Bedingungen durch die Corona-Pandemie sind die Sorgen dieses Jahr groß. Wir erklären, wie sich das Weihnachtsgeschäft dennoch lohnt.

Laut einer Analyse von Statista erwirtschafteten deutsche Betriebe im Jahr 2018 19 Prozent ihres Jahresumsatzes in den Vorweihnachtsmonaten November und Dezember. Bei Spielwaren, Büchern und Unterhaltungselektronik lag der Anteil sogar bei 25 Prozent. Dieses Jahr sind die Vorzeichen jedoch düsterer, denn die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus haben es aus der Sicht des stationären Einzelhandels in sich: Nur noch eine Person pro zehn Quadratmeter Ladenfläche ist erlaubt, Innenstädte sind aus Angst vor Ansteckung deutlich leerer als gewohnt.

Der Teil-Lockdown hinterlässt bereits tiefe Spuren: Der Innenstadthandel verzeichnet in den ersten Novembermonaten bereits 30 Prozent Umsatzeinbrüche. Die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit drückt aufs Kaufklima, die Maskenpflicht und Abstandsregeln werden zu Spielverderbern beim Einkaufsbummel.

Gleichzeitig nehmen wegen Corona nicht nur die Marktanteile des E-Commerce ohnehin schon stark zu, sondern Online-Riesen wie Amazon locken auch noch aggressiv mit zahlreichen Angeboten zum Frühweihnachts-Shopping, etwa am Singles‘ Day oder am Black Friday. Umso wichtiger ist es für Einzelhändler am Jahresende 2020, ihr Geschäft auf jede erdenkliche Weise anzukurbeln. Und das wünschen sich auch die Verbraucher, wie eine aktuelle Befragung des Bitkom ergab: Die Mehrheit der Verbraucher vermisst ein Online-Angebot ihrer Geschäfte vor Ort. Was liegt da näher, als mit digitalen Angeboten und neuen Vertriebskanälen Erstkäufer zu gewinnen und Stammkunden durch erweiterte Einkaufserlebnisse zu halten.

Wir haben ein paar Tipps und Tricks zusammengestellt, wie Einzelhändler auch in diesen schweren Zeiten ihre Umsätze steigern können.

  1. Der Online-Shop. Wenn der Käufer nicht ins Geschäft kommt, muss das Geschäft zum Käufer kommen. Mit dem eigenen Online-Shop bieten Sie Ihren Kunden die Möglichkeit, bequem – und gefahrlos – im (digitalen) Laden ihres Vertrauens einzukaufen. Wichtig sind ein möglichst umfassender Produktkatalog mit guter Suchfunktion, ein möglichst kostenloser Versand und ein einfacher und sicherer Bezahlprozess mit verschiedenen Bezahloptionen wie Kauf auf Rechnung, mit Kreditkarte, per Überweisung oder über einen Dienstleister wie Pay Pal. Hier gibt es heute einfache und kostengünstige Lösungen.
  2. Multi-Channel – neue Verkaufskanäle. Klein- und Kleinstunternehmer sind oft digital nur schwach aufgestellt und verfügen höchstens über eine kleine Website mit stark eingeschränkten Funktionen. Wenn es wegen der aktuellen Krise auch noch an Kapital für einen eigenen Online-Shop fehlt, dann heißt es: improvisieren. Bieten Sie Beratung und Verkauf auch über die Kanäle Telefon, Messenger Chats und E-Mail an, platzieren Sie Rufnummern und Mailadressen gut sichtbar im Schaufenster. Was Logistik und Versand betrifft, so bieten der Handelsverband Deutschland (HDE) und DHL ein Beratungsangebot zum Start in den Online-Handel an.
  3. Online-Marktplätze und Verkaufsplattformen nutzen. Um Ihre Reichweite im Internet zu erhöhen, eignen sich Verkaufsplattformen bzw. Online-Marktplätze hervorragend. So benötigen Sie keinen eigenen Webshop, um Ihre Waren digital anzubieten. Und selbst wenn Sie einen eigenen Webshop haben, erreichen Sie hier neue Käufergruppen, die ihr Ladengeschäft nicht kennen und einfach nur nach einem bestimmten Produkt suchen. Eine Auswahl an möglichen Marktplätzen finden Sie beispielsweise hier.
  4. Social Media für die Kundenbindung. Social-Media-Plattformen eigenen sich bestens dazu, auch emotional mit Ihren Kunden in Verbindung zu bleiben. Teilen Sie nicht nur Angebote, Aktionen oder sonstige Sach-Informationen, sondern auch Ihre Gedanken zu Themen, die Sie und andere bewegen. Gewähren Sie Einblicke hinter die Kulissen – gerade in Krisenzeiten rücken die Menschen zusammen. Außerdem ist vielen heute daran gelegen, den lokalen Einzelhandel zu unterstützen und dem Ladensterben entgegenzuwirken. Zeigen Sie sich! Und sagen Sie auch mal danke.
  5. Geschenk-Gutscheine für die Zeit danach. Solange Abstandregeln gelten und die Angst vor Ansteckung umgeht, sind ausgedehnte Shopping-Touren mit ausgiebigem Stöbern weniger beliebt als zu normalen Zeiten. Gutscheine verkürzen den Aufenthalt im Ladengeschäft und eignen sich besonders gut als Geschenke. Einlösen könne die Beschenkten sie dann mit Zeit und Muße, wenn sich die Lage wieder beruhigt hat. Und darauf können sie sich bis dahin umso mehr freuen.
  6. Weihnachtliche Atmosphäre und kontaktloses Zahlen. Viele Menschen werden dieses Jahr die weihnachtliche Stimmung in den Innenstädten vermissen. Bieten Sie ihnen zumindest in Ihrem Geschäft das, was sie suchen: Festliche Dekoration und Musik wirken anziehend – auch wenn der Aufenthalt im Laden nur kurz ist. Sorgen Sie und Ihre Mitarbeiter mit Mundschutz, Plexiglas an der Kasse und kontaktlosem Zahlen zudem für ein gutes Gefühl der Sicherheit bei den Kunden, die trotz allem zu Ihnen kommen.
  7. Digitalisieren Sie Ihr Geschäft – es ist höchste Zeit. Die zunehmende Verlagerung vom stationären zum Online-Handel hat es schon vor Corona gegeben und der Prozess wird auch nach der Pandemie nicht einfach zum Stillstand kommen. Dennoch sind laut DHL nach wie vor etwa 250.000 Einzelhändler nicht online. Hier gilt es schnell zu handeln, wenn man nicht früher oder später angehängt werden will. Kunden erwarten heute auch digitale Angebote, egal wie sehr sie den Besuch bei ihrem angestammten Händler genießen.