Gerade wenn Unternehmen sich in einem dynamischen Umfeld mit hohem Innovationsdruck bewegen, ist die Entwicklung von neuen Dienstleistungen oder Produkten fast stetig notwendig, um neben Wettbewerbern zu bestehen. Zudem wandeln sich auch die Bedürfnisse von Kunden, Mitarbeitern und Investoren. Mit Hilfe eines Cloud-ERP-Systems bleiben auch kleine und mittlere Unternehmen beweglich, können Kernprozesse optimieren, sich anpassen und Innovationen anstoßen.

Keine Frage: Entscheidend für den Erfolg eines Unternehmens sind optimale Prozesse im Kerngeschäft. Sobald aber Wettberber auftauchen und sich der Markt wandelt, dann können neue Dienstleistungsangebote und Geschäftsmodelle helfen. Wer diese entwickeln will der braucht fundierte Daten und ein Wissen über Trends und Kundenwünsche. Genau dabei unterstützt heutzutage ein ERP-System. Dadurch gelingt es, betriebswirtschaftliche Prozesse digital abzubilden und miteinander zu vernetzen. Cloud-ERP-Systeme sind die digitale Datendrehscheibe, die wertvolle Daten sammeln, analysieren und im besten Fall neue Geschäftspotenziale aufzeigen.

Häufig verstellen die eigenen Traditionen den Blick auf Informationen, die auf potenzielle neue Geschäftsmodelle hindeuten können. Durch ein ERP-System wird es möglich, den eigenen Blick zu weiten, aber auch Trends und potenzielle Entwicklungschancen zu erkennen. Denn letztlich stehen Unternehmen immer auch vor der Wahl: Digitalisieren sie Prozesse und machen das Kerngeschäft effizienter, oder wollen sie mit Daten sogar neue Geschäftsmodelle und innovative Ziele anvisieren?

Die ersten Schritte und wie ein Cloud-ERP-System hilft

Wie geht man also im eigenen Unternehmen vor? Was sind die Schritte auf dem Weg zur innovativen Nutzung eines Cloud-ERP-Systems?

Interne Prozesse optimieren und isolierte Daten vernetzen

Um die Organisation und ineinandergreifende Prozesse eines Unternehmens optimal sichten zu können, benötigt man als Basis hervorragende Datensammlungen. „Daten-Silos“ werden durch den Einsatz eines ERP-Systems aufgebrochen, Informationen transparenter, nicht nur im Bereich Buchhaltung, Einkauf, Produktion, Vertrieb, Kunden-Management und Warenwirtschaft, sondern auch mit Blick auf verschiedene Standorte, Filialen oder Tochterunternehmen. Ein intelligentes ERP-System kann beispielsweise Webshops und Marktplätze so miteinander verknüpfen, sodass alle Beteiligten auf die von ihnen generierten und genutzten Daten gemeinsam zugreifen können. So entsteht ein umfassender 360°-Überblick, ein integrierter Daten-Pool, der es allen Akteuren erlaubt, sich jederzeit und mit wenigen Mausklicks Zugang zu allen Informationen zu verschaffen. Damit eröffnen sich auch traditionsreiche Unternehmen Möglichkeiten für Innovationen.

Ein wichtiger Faktor, der im Zusammenhang mit einem Umstieg auf ein modernes Cloud-ERP-System regelmäßig übersehen wird, sind die enormen Ausgaben, die Altsysteme verursachen. Viele Unternehmen halten viel zu lange an ihren längst überholten und schwerfälligen Softwares fest, weil sie zwar die Kosten für eine neue ERP-Lösung zu kennen glauben, sich aber über die Jahre an die Ausgaben für ihre bestehenden Systeme gewöhnt haben. Und zwar sowohl an fortlaufende Zahlungen für Wartungsarbeiten und Aktualisierungen als auch an unerwartete Einzelausgaben für Reparaturen oder Anpassungen, wenn sich betriebliche Abläufe verändern. Völlig außen vor bleiben bei dieser Sichtweise natürlich auch die versteckten Kosten wegen entgangener Einnahmen, die durch Verbesserungen an betrieblichen Prozessen in allen Unternehmensbereichen hätten erzielt werden können.

Der Kunde im Mittelpunkt: Neue Geschäftsbeziehungen im B2C und B2B

Hinzu kommt, dass die Digitalisierung die Beziehung zwischen Unternehmen und ihren Kunden fundamental verändert – und zwar sowohl im B2C als auch im B2B-Geschäft. Gerade Kunden haben in den letzten Jahren stetig an Einfluss gewonnen. Während früher eher Produzenten und Dienstleister das Marktangebot bestimmten, bestimmen heute vor allem auch Kunden die Angebote der Märkte.

Moderne ERP-Systeme unterstützen Unternehmen auf unterschiedlichste Weise dabei, den neuen Bedingungen gerecht zu werden. Kunden sind zu „connected customers“ geworden, die es gewohnt sind, jederzeit umfassende Online-Informationen zu Produkten und Services abrufen zu können, schnelle Preisvergleiche zu machen oder sich über neue Trends zu informieren.

Dafür müssen Webshops und Kundenportale mittlerweile hohe Anforderungen erfüllen, um Kunden zu gewinnen, aber auch um diese zu halten. Moderne, modular aufgebaute Cloud-ERP-Systeme unterstützen all diese Funktionen. Dabei bilden sie das Rückgrat, den Kern, an den sich andere Anwendungen über standardisierte Programmier-Schnittstellen (APIs) angliedern lassen, beispielsweise Webshops, Warenwirtschaftssysteme, Softwares zur Kundenverwaltung (CRM – Customer Relationship Management), zur Mitarbeiterverwaltung (HR) oder zum Qualitätsmanagement (QM). Wird etwa im Webshop eine Online-Bestellung erfasst, geht diese direkt an das ERP, welches sie wiederum unmittelbar an die Lagerverwaltung, das Kundenmanagement und die Logistik weiterleitet. Dabei übernimmt das ERP-System die Rolle des Koordinators, der alle betroffenen Unternehmensbereiche miteinander verknüpft und wichtige Daten liefert – auch um Prozesse besser auszurichten.

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Praxisbeispiel 1: Neue digitale Produkte und Services

Ein Beispiel dafür bietet Hekatron, ein Brandschutzexperte, Teil der Schweizer Securitas AG, der teils B2B und B2C anbietet und sich nach eigenen Angaben immer weiterentwickelt mit dem Ehrgeiz, „Produkte, Systeme und Dienstleistungen für den anlagentechnischen Brandschutz zu entwickeln.“ Auch bei Hekatron agieren Startups dynamisch am Markt. Das Produktportfolio wurde erweitert, inzwischen gehören Services und Dienstleistungen wie remote-Wartungen dazu. Hekatron bringt es selbst auf den Punkt: „Wir arbeiten kontinuierlich daran, unsere Leistungen nach den Bedürfnissen unserer Kunden und des Marktes weiterzuentwickeln. Darauf aufbauend vernetzen wir unsere Brandschutz-Produkte, Dienstleistungen und Services zu ganzheitlichen anwendungsorientierten Lösungen und ermöglichen unseren Kunden so den Schritt ins digitale Zeitalter.“

Folglich sind wichtige Kriterien für neue Geschäftsmodelle rund um den Kunden auch digitale Kundenportale, die Käufern verschiedenste Funktionen bieten, mit denen sie beispielsweise selbständig Bestellungen aufgeben, Wartungstermine buchen oder personalisierte Produktkataloge und Kaufhistorien mit Preisvereinbarungen einsehen können – je nach Branche und Unternehmen sind mit dem darauf ausgerichteten ERP unzählige Szenarien denkbar und möglich.

Praxis-Beispiel 2: Digitale Infrastruktur im Handwerk

Eine geeignete digitale Infrastruktur ermöglicht es auch Geschäftsmodelle gewinnbringend zu erweitern, beispielsweise wenn ein Maler- und Lackiererbetrieb sein Angebot erweitert. Es gibt inzwischen aber auch die Möglichkeit, dass sich Betriebe digitalen Dienstleistungs-Plattformen anschließen, um Kunden ganz verschiedene Handwerksleistungen zu ermöglichen. So kann nicht nur der Maler- und Lackiererbetrieb seinen Kundenstamm ausdehnen, auch andere Handwerksbetriebe können zusätzliche Aufträge gewinnen – die Kunden erhalten dadurch individualisierte Services und ein Rundum-Sorglos-Paket. Der Berliner Malerbetrieb „Malermeister Peter Stock“ beispielsweise hatte die kreative Idee, für den B2C Bereich ein „Sharing-Konzept“ anzubieten, mit Workshops und Wissensvermittlung. Er stattet aber auch Heimwerker-Teams mit Materialien aus. Die Zielgruppe: Die junge Do-It-Yourself-Bewegung der urbanen Ballungszentren.

So unterstützen ERP-Systeme bei der Geschäftsmodellinnovation

Moderne, modular aufgebaute ERP-Systeme bilden solche Bestrebungen das Rückgrat und unterstützen, von kleinen Unternehmen bis zu den größeren Geschäftsideen auch Kunden. Wer Komfort und Services bieten kann, der hilft auch sämtlichen Stakeholdern dabei, den Schritt in die Digitalisierung zu gehen und gemeinsam auf ein langfristiges Wachstum zu setzen.

Ist Ihr Geschäftsmodell bedroht?
So stärken Sie Ihre eigene Marktposition

In jeder Branche gibt es heutzutage Wettbewerber, die bedrohlich nahekommen und nach Marktanteilen greifen, aber auch Möglichkeiten, sich selbst mit neuen Technologien, Plattformen oder Service-Apps neu zu erfinden.

Diese Fragen sollten sich KMU stellen:

  • Welche Daten sind für mein Unternehmen wichtig und wie kann ich diese sammeln?
  • Gibt es spezielle Services von denen Kunden oder auch Partner profitieren würden?
  • Welche Daten müssten miteinander kombiniert werden, um neue Erkenntnisse zu gewinnen?
  • Ist es möglich, interne Prozesse mit Daten besser bzw. schneller auszurichten und dadurch kostengünstiger zu gestalten?
  • Wie ist meine Kundenstruktur, welchen Anspruch an das Kundenerlebnis haben meine Kunden und welche Kontaktpunkte bietet meine Customer Journey?
  • Ist die Belegschaft vorbereitet auf ein flexibleres Arbeiten und herrscht vielleicht sogar bereits eine Mentalität für Veränderungen?
  • Welche neuen Bedingungen oder Kompetenzen wären für weitere Schritte, Entwicklungen oder Dienstleistungen notwendig?